Ich denke ja es ist was anderes:
Man
hat mit ME ein Universum erschaffen dessen Zivilisationen von
unbesiegbaren, übermächtigen, unbekannten Bösewichtern bedroht werden.
Das hat in M1 und 2 super funktioniert. Nun, da sich die Trilogie dem
Ende zuneigt muss man einfach irgendeinen Weg finden dem Spieler zu
vermitteln das man die doch besiegen kann, auch wenn das in 10.000
Zyklen keiner geschafft hat, auch die Proteaner nicht die eine doch
wesentlich höhere technologische Basis hatten. Die gegen die Asari z.B.
eigentlich noch recht frischen, unerfahrenen Menschlein müssen es nun
richten - eben weil wir Spieler Menschen sind und die Ausgangssituation
für ME ja die der sympatischen, strebsamen Underdogs war.
In Teil wurde es ja recht gut dargestellt warum schließlich der Mensch das interessante Ziel der Reaper ist. Er ist im Mass Effect Universum die Spezies mit der höchsten genetischen Individualität - darum ging es den Reapern, auch mit Blick auf Buch 2 als erwähnt wurde das die Collectors immer wieder alle möglichen Spezies von Sklavenhändlern kauften.
Einfach
am Anfang Ratschbumm, Erde futsch wäre halt wenig motivierend - obwohl
das ein guter Ansatz wäre. Man würde so mit Shepard einfach nur Rache
nehmen wollen, das würde aber die Möglichkeit auf ein Happy End
ausschließen. Und jede Mainstream-Unterhaltung (das meine ich nicht
abwertend...) braucht ein Happy End, ein Spiel wenigstens die Option
darauf. Was wäre denn sonst: Alles futsch, die Planeten brennen,
Billionen Tote, die Reaper geschlagen und die einzige Option für Shepard
am Ende eines langen Siegreichen Kampfes wäre eine Kugel in den Kopf
weil es nix mehr gibt wofür es zu leben lohnt. Fände ich mal mutig, aber
wer weiß...?
Ganz ehrlich: Sollte das Spiel mit dem "Tod" der Erde beginnen, dann wäre das für mich nicht unbedingt der Bringer. Im Spiel verbinde ich mit dieser rein gar nichts, ich kenne sie nur ausm Codex, habe dort nie angedockt und auch sonst spielte es nur einmal eine Rolle - als ich vom Mond in Teil 1 aus mal rüber gesehen habe.
Aber wer weiß, vielleicht ist die Situation auf der Erde nur stellvertretend mit den Situationen auf hunderten oder tausenden Welten in der Galaxie - und am Ende spielt die Erde einmal mehr keine tragende Rolle, ich würd mich nicht beschweren.
Was mich aber noch umtreibt - ich liebe Spekulationen, danke Bioware:
Ist
dieses Ereignis nur auf unsere Galaxie beschränkt? Mir drängt sich der
Eindruck auf das unsere Galaxis irgendwie eine Art Versuchslabor ist:
Eine vorgegebene Versuchsanordnung - die Citadel, die Portale - und die
Lebewesen die Mäuse im Labyrinth. Die Reaper sind die Kontrollgruppe die
das Experiment nach einer gewissen Zeit auf Null stellt - Reset. Sind
die Reaper nur Erfüllungsgehilfen ihrer Schöpfer die unsere Galaxis als
Forschungsobjekt beobachten - vielleicht nach der Maßgabe wie viele
Biologische Vielfalt kann entstehen wenn man nicht zulässt das eine
Spezies übermächtig wird oder erkennt warum sie sind was sie sind? Für
diese Wesen hat Zeit vielleicht eine andere Bedeutung, für uns sind
50.000 Jahre eine lange Zeit, für sie nur ein paar Jahre? Für uns sind
ein paar Jahre nix, für Mäuse ein beträchtlicher Teil ihrer
Lebensspanne...Zeit ist einfach relativ betrachtet von dem der sie
erlebt...
Es gibt ja unzählige Galaxien, vielleicht sitzen die
ominösen Schöpfer in den Galaxien um uns herum und langweilen sich weil
die Evolution in ihrem Bereich längst an einem Endpunkt angelangt ist
oder so homogen geworden ist das es keine Vielfalt mehr gibt. Vielleicht
ist es nur Neugier, für uns ist ein Experiment mit Labormäusen
wissenschaftlich ja auch interessant, was die Maus darüber denkt oder
wie sie das erlebt ist ja eine untergeordnete Größe. Vielleicht ist die
Maus ja intelligenter als wir denken, nur es interessiert uns nicht oder
wir halten sie von unserem Standpunkt her für nicht fähig intelligent
zu sein. Vielleicht ist die Sicht derer die die Reaper auf uns loslassen
ähnlich - sie sehen im Leben in unserer Galaxis einfach nichts
erhaltenswertes oder intelligentes weil es nicht ihrem Standard
entspricht. Wir sind nur Versuchstiere, vielleicht besonders
wiederstandsfähig aber nichts was aus ihrer Sicht bemerkenswert wäre -
höchstens in Teilen von Nutzen für die nächste Versuchsanordnung. In
einer anderen Laborgalaxie?
Das wäre zwar hochkomplex und z.T. auch sehr philosophisch, doch in meinen Augen unmöglich.
Die Trilogie
muss mit Teil 3 beendet werden - da dürfen keine neuen Grundlegenden Fragen auftauchen die die Motivationen und Handlungen der Gegenspieler zum Inhalt haben.
Ich bin mir fast sicher das der Antrieb der Reaper für ihr Handeln am Ende mit einem relativ plumpen Grund erklärt werden wird, dieser aber für die Serie unglaublich stark in Szene gesetzt wird und der Titel einmal mehr durch seine ausgezeichnete Präsentation auftrumpfen und diesen plumpen Grund vollkommen kaschieren können wird.
Die Reaper sind Maschinen,
intelligent zwar - das ist EDI auch - aber im Prinzip spulen sie nur ein
Programm ab. Irgendjemand muss sie geschaffen und programmiert haben,
das sie das Ergebnis der
Transzendenz
einer Spezies sind ist m.M.n. unlogisch. Warum sich von exentiellen
Grenzen befreien um sich neue aufzuerlegen? Wenn sie Maschinen, Roboter,
sind dann unterliegen sie zwangsläufig den
Asimov´schen Gesetzen der Robotik :
- Ein Roboter darf keinen Menschen verletzen oder durch Untätigkeit zu Schaden kommen lassen.
- Ein Roboter muss den Befehlen eines Menschen gehorchen, es sei denn, solche Befehle stehen im Widerspruch zum ersten Gesetz.
- Ein Roboter muss seine eigene Existenz schützen, solange dieser Schutz nicht dem Ersten oder Zweiten Gesetz widerspricht.
In
diesem Fall muss man natürlich Mensch mit Schöpfer - wer auch immer -
ersetzen. Punkt 3 ist besonders interessant, Shepard/die Völker der
Galaxis bedrohen ja die Existenz der Reaper und so sind sie gezwungen zu
reagieren. In diesem Fall würden sie das Naheliegende tun, nämlich die
direkte Bedrohung ausschalten - wie hängt von ihren Fähigkeiten und der
Programmierung ab. Damit weichen sie von ihrer ursprünglichen
Programmierung ab und tun was sie tun. Somit ist der Trailer schon
wieder logisch 
.
Möglicherweise
ist ihr einziger Schwachpunkt ein Fehler in ihrer Programmierung bzw.
das bestimmte Ereignisse nicht vorgesehen sind und sie sich nicht wehren
können. Das ist der Punkt wo in Filmen bei Robotern eine
Feedbackschleife ausgelöst wird und sie mit einem "ERRRROR" rauchend
zusammenbrechen

.
Da wir glücklicherweise in einem Spiel sind müssen die Reaper keinerlei Gesetzen oder Standards unterliegen außer denen, die BioWare für sie vorgesehen hat

Diese drei Gesetze sind zwar schön und gut, auch interessant und wegweisend für die Literatur in Verbindung mit Robotern und der KI, völlig irrelavant aber im Zusammenhang mit Mass Effect.
Das hat BioWare schon anhand der Geth deutlich gemacht. Das ist ja das tolle an diesem Medium - es kann den Entwicklern einen feuchten Dreck kehren was andere für Standards erschaffen haben, sie können beliebig viele neue erschaffen wie sie für ihr Spiel brauchen.
Logik braucht es dann in Verbindung mit real geltenden Standards auch nicht, nur innerhalb vom Spiel muss sie existieren und das ist genau das was BioWare ja bislang immer geschafft hat