Ich halte Sammer für einen äußerst kompetenten Mann. Nicht umsonst konnte er sich trotz der Differenzen um die Ausrichtung bei den Juniorenmannschaften des DFB mit dem Bundestrainer so lange im Amt halten bzw. sogar diesen Zwist "für sich entscheiden". Seine Arbeit wird ja gerade beim DFB hoch geschätzt und auch bei vielen Aussagen in den bekannten Gesprächsrunden wie dem Doppelpass, wo er ja hin und wieder zu Gast war, hat er mit seinen Ansichten zur Talentförderung, zum deutschen Fußball national wie international und der der Nationalmannschaft auf mich einen sehr guten Eindruck gemacht.
Ich mache auch keine Hehl daraus: Ich habe ihn mir nach Van Gaal eine ganze Zeit lang als Nachfolger auf der Trainerposition gewünscht.
ABER: Ich verstehe nicht warum man jetzt Nerlinger mehr oder weniger abrasiert. Auch wenn wir jetzt zweimal in Folge ohne Titel dastehen, so war gerade die letzte Saison dennoch extrem erfolgreich. Wir standen unter Nerlinger zweimal im CL-Finale, haben das Double geholt.
Der angegebene Grund, unterschiedliche Ausrichtung des FC Bayern vor Augen zu haben, ist doch nur Fassade. Da muss es ein gewaltiges Problem gegeben haben zwischen Nerlinger und den Granden des FC Bayern - und das als sich Nerlinger selbst zu etablieren begonnen und durchaus Sympathien gewonnen hat.
Nimmt man die Aussagen von Hoeneß, Rummenigge und Nerlinger zur Zukunft des FC Bayern vor, dann kann ich da eigentlich kein unterschiedliches Konzept bei der Ausrichtung des Vereins erkennen.
Ich glaube man hätte auch eine Doppelfunktion einrichten können, eine in der Sammer den sportlichen Teil übernommen hätte, während Nerlinger mehr und mehr eventuell in die Rolle des Hopfner-Nachfolgers hätte reinwachsen können. Gerade mit dem oft angesprochenen Umbruch ist es bedauerlich einen durchaus kompetenten Mann zu verlieren, einer der den Verein kennt und lebt - eben einen den man immer haben wollte.