Also mein Lieblings Splinter Cell, war immer Chaos Theory, weil es den technisch höchsten Stand hatte und auch den höchsten Fortschritt im Gamplay, Gadgets und Story hatte und trotzdem war es ein echtes Splinter Cell.
Blacklist geht einen Schritt weiter und ist meiner Meinung nach auch ein echtes Splinter Cell. Die Story ist authentisch obwohl Sam jünger geworden ist. Wir als deutsche merken aber keinen Unterschied, weil die Stimme die gleiche ist. Das Gameplay kann man selbst gestalten und wenn man möchte bis hin zu den ersten 3 Teilen adaptieren. Die Möglichkeiten sind riesig, nicht nur dass es mehr Lösungswege gibt, man hat mehr Auswahl bei den Waffen, Ausrüstung und kann fast alles Upgraden. Der Umfang ist genauso vielfältig und riesig im Vergleich zu den Vorgängern deutlich größer. Schön finde ich auch, dass man der alten Zeit wegen die original Chaos Theory Rüstung beigelegt hat, wenn auch nur als Download pro Spiel einmal. Neue Charaktere geben dem Spiel neuen Schwung und die alten sind wieder die alten, wie es sich gehört. Genial finde ich die direkte Anbindung des Koop Modus an die Story und jetzt auch über Xbox Live spielbar, wer keinen Bruder hat den er zum Koop zwingen kann. Das Paladin Flugzeug als mobile Einsatzzentrale und Transportmittel, wie die Normandy rundet das ganze ab.
Technisch hätte ich mehr erwartet. Das Spiel hat Hänger in den Videosequenzen, manchmal wird ein Charakter unsichtbar und die Synchro stimmt nicht immer, weil sie manchmal zu spät anfängt und dann hinterhängt. Wenn man Feinde belauscht, wird das manchmal auf englisch wiedergegeben. Evntl schaffen Patches Abhilfe, aber warum hat man dann das Spiel verschieben müssen? Ein weiterer kleiner Minuspunkt sind die immer gleichen Dialoge, wenn man einen Charakter an Board des Flugzeugs anspricht. Erst nach Abschluss einer Hauptmission kommen neue Dialoge, die sich jedoch ebenfalls wiederholen. Grafisch ist es nicht besser als Conviction und nicht mehr zeitgemäß.
Darauf kommt es mir aber nicht an. Mir war wichtig, dass man wieder in dunklen Ecken die Lage sondieren kann und sich dann einen Plan macht wie man die Sache angeht und das geht jetzt Dank Spielerein, wie der obligatorischen Haftcam und einem Tricopter besser als je zuvor. Was mir immer noch fehlt sind Verhöre ala Chaos Theory, die mir Dinge verraten, die hilfreich in dem jeweiligen Level sein könnten. Hintergrundinfos wie man sie von Laptops etc in den Vorgängern bekommen hat fehlen ebenfalls, das hätte für noch mehr Authentizität gesorgt. Sam hat fast keinen Humor mehr, schade. Die Mehrzahl der Level spielt am Tag, was in den ersten 3 Teilen nie vorkam und es schwer macht immer als Geist unterwegs zu sein.
Der Schwierigkeitsgrad hat gut angezogen, NPCs sind etwas klüger, folgen aber immer noch ihren festen Routen, was so auch sein muss, damit man sich zurechtlegen kann an welcher Ecke man diese aus dem Verkehr zieht. Es gibt nun Gegner mit unterschiedlicher Härte. Manche können mehr einstecken und mehr austeilen und können nicht einfach umgehauen werden. Sobald man auffliegt versuchen Gegner Abstand zu halten um nicht im Nahkampf ausgeknipst zu werden. Man fliegt allgemein sehr leicht auf. Gegner haben neue Gagets, wie allerlei Granaten und ferngesteuerte Drohnen.
In meinen Augen das beste Splinter Cell und auch die Puristen werden wieder ihre Freude daran finden. Fans von Conviction und allgemein Shooterspieler kommen auch voll auf ihre Kosten.